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Neue Lösung für Weltraumkunden

Evonik hat einen Behälter aus Reinaluminium mit einem Fassungsvermögen von 220 Litern für den sicheren Transport von hochkonzentriertem Wasserstoffperoxid entwickelt. Mit dem patentierten Behälter schließt das Unternehmen eine logistische Lücke, die sich bei der sicheren Lieferung von hochkonzentriertem Wasserstoffperoxid an Kunden in der Raumfahrtindustrie aufgetan hatte: diese konnten bisher hochkonzentriertes Wasserstoffperoxid nur zwischen vielen sehr kleinen Gebinden mit bis zu 12,5 Litern Fassungsvermögen oder einen Tankcontainer mit 20 m3 wählen.

Der Weltraum ist zu einem geostrategischen Thema und Ausdruck geworden - politisch und wirtschaftlich. Die Abhängigkeit von Satelliten ist enorm gestiegen und prägt unseren Alltag ganz entscheidend: in der Satellitennavigation, Bildgebung, Telekommunikation, im Warenhandel und in der Wissenschaft. Im Gegensatz zu früheren Zeiten, in denen ausschließlich die staatliche Organisationen im Weltraum agierten, spielen nun private Unternehmen eine immer wichtigere Rolle. Weltweit bieten mittlerweile private Unternehmen Startkapaziäten für Satelliten an. Darunter sind viele Startups, welche die Entwicklung von kleinen, aber leistungsstarken Raketen antreiben und in der Lage sind, Mikro- und Cubesatelliten in Umlaufbahnen zu befördern.

Nicht nur die Raketentechnologien durchlaufen einen Entwicklungsschritt, auch bei den Treibstoffen wird nach Alternativen gesucht.

Evonik bietet mit seinen hochkonzentrierten Wasserstoffperoxidprodukten unter der Marke PROPULSE®, hergestellt in Rheinfelden (Deutschland) und Bayport (Texas, USA), innovative Lösungen an. Die neuesten Raketengenerationen kleiner und flexibler Raketen setzen vermehrt auf PROPULSE® als direkten Treibstoff. Das Produkt ist im Vergleich zu anderen Treibstoffen leistungsstark, einfach zu handhaben und nicht krebserregend. Käufer von PROPULSE® hatten bisher zwei Möglichkeiten: Entweder viele sehr kleine Gebinde mit bis zu 12,5 Litern Fassungsvermögen bestellen – oder einen Tankcontainer mit 20 m3. Gebinde für Bestellmengen im Bereich von ca. 500 - 3000 Litern gab es nicht.

„Aufgrund der Zersetzungseigenschaften von Wasserstoffperoxid bestehen speziell bei hohen Konzentrationen besondere Sicherheitsanforderungen an Transportbehälter. Wir haben Anfang 2018 international nach einem passenden und zugelassenen Transportbehälter gesucht, aber nirgendwo etwas geeignetes finden können“, sagt Anna Kunkel, Marketing Managerin bei Evonik. Um den Markttrend weiter zu begleiten und eine Lösung für die Kleinraketen zu schaffen entschloss sich das Unternehmen, selbst eine solche Lösung zu entwickeln.

„Active Oxygens ist mehr als nur ein Materiallieferant. Wir sind ein ganzheitlicher Lösungsanbieter. Für uns ist es selbstverständlich unsere Kunden beim Lösen ihrer Herausforderungen zu unterstützen“, so Kunkel. Daher betreut Evonik die Kunden in verschiedensten Fragen des Ground Handlings des Wasserstoffperoxids.

„Für den Entwurf der neuen Transportbehälter haben wir eng mit einem Verpackungsspezialisten zusammengearbeitet und auch unsere Kollegen von Engineering und Tankanlagenbau mit an Bord geholt“, so Kunkel.

Herausgekommen ist ein Transportbehälter aus Reinaluminium mit einem Fassungsvermögen von 220 Litern. Der Behälter ist in eine Gitterbox mit Schutzrahmen aus Stahl eingebaut, um den eigentlichen Behälter vor Transportschäden zu schützen. Dank einer in Hanau eigens entwickelten Entnahmeeinrichtung kann das Wasserstoffperoxid vom Kunden gefahrlos aus dem Behälter entnommen werden. Gerade für die Kleinraketen Betreiber stellt diese Mehrweg- Verpackung eine echte Lösung dar, Treibstoffmengen von 300kg bis 3000kg global zu transportieren und zu lagern.

Wie vom Gesetzgeber gefordert, ist der Behälter von der Bundesanstalt für Materialprüfung (BAM) für den Transport von hochkonzentriertem Wasserstoffperoxid zugelassen. 2019 hat das Deutsche Patent- und Markenamt das Gebrauchsmuster als erstes Schutzrecht für den neuen Behälter erteilt.

Im April 2021 folgte nun die Veröffentlichung der internationalen Patentanmeldung. „Wir haben hier ein echtes Alleinstellungsmerkmal am Markt geschaffen und setzten die Container bereits auch an unserem neuen Standort in Bayport, USA, für unsere Raumfahrtkunden ein“, sagt Kunkel. Aufgrund des Schutzrechtes können andere Hersteller das Behälterdesign nicht einfach nachahmen.