In-Situ Boden- und Grundwassersanierung
EHC® Reagent
EHC® Reagent ist ein leistungsstarkes Sanierungsprodukt zur In-Situ-Behandlung von belastetem Grundwasser und kontaminierten Böden. Die Formulierung kombiniert kontrolliert freigesetzten organischen Kohlenstoff, nullwertiges Eisen (ZVI) und essenzielle Nährstoffe. Diese Komponenten fördern die biologische und chemische Reduktion von Schadstoffen wie Schwermetallen, chlorierten Lösungsmitteln, Pestiziden und persistenten organischen Verbindungen (POPs). EHC® Reagent wird weltweit erfolgreich bei der Sanierung von Altlasten und industriellen Schadstoffquellen eingesetzt.
Nachhaltige In-situ-Sanierung bei komplexen Boden- und Grundwasserbelastungen
EHC® Reagent wird gezielt zur Aktivierung der chemischen In-Situ-Reduktion (ISCR) eingesetzt, um hartnäckige organische Schadstoffe in Boden und Grundwasser nachhaltig zu entfernen. Nach der Injektion in den Untergrund entfaltet EHC® eine Kombination aus physikalischen, chemischen und mikrobiologischen Prozessen, die hochwirksame Reduktionsbedingungen schaffen.
Effektive Dechlorierung und Schadstoffabbau
Diese fördern die schnelle und vollständige Dechlorierung von chlorierten Lösungsmitteln sowie anderen persistenten Verbindungen wie Sprengstoffen und chlororganischen Pestiziden. EHC® Reagent ist eine bewährte Lösung für die effektive Grundwassersanierung bei komplexen Schadstoffbelastungen.
Altlasten – ein globales Umweltproblem
Bodenverunreinigungen stellen weltweit ein gravierendes Umweltproblem dar. Laut der Europäischen Umweltagentur sind allein in Europa rund 250.000 Flächen als Altlasten bekannt – zusätzlich stehen etwa 1,8 Millionen Grundstücke im Verdacht, kontaminiert zu sein. Damit diese Flächen für Wohnbebauung oder moderne Gewerbegebiete nutzbar werden, sind umfangreiche Sanierungsmaßnahmen erforderlich.
Konventionelle Verfahren im Vergleich zu innovativen In-situ-Lösungen
In Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern dominieren bislang konventionelle Verfahren wie „Dig and Dump“ (Aushub und Deponierung) sowie „Pump and Treat“ (Abpumpen und Reinigen des Grundwassers). Diese Methoden machen rund 90 % des Sanierungsmarktes aus, sind jedoch kostenintensiv und oft wenig nachhaltig.
Eine zukunftsweisende Alternative ist die In-situ-Sanierung, bei der spezielle Reagenzien direkt in den Boden injiziert werden. Diese Substanzen zerstören, binden oder neutralisieren Schadstoffe direkt vor Ort – ohne Aushub. In den USA und Kanada wird für die Sanierung von CKW-belasteten Altlasten bereits seit Jahren erfolgreich EHC® Reagent von Evonik eingesetzt. Auch im Hanauer Pioneer Park kam dieses Verfahren zur Anwendung, um chlorierte Kohlenwasserstoffe (CKW) effizient aus dem Grundwasser zu entfernen.
Die wichtigsten Pluspunkte
- Aktiviert sowohl abiotische als auch biotische Dechlorierungsprozesse
- Langzeitwirkung: 4–5 Jahre unter realen Standortbedingungen
- Minimiert problematische Zwischenprodukte wie DCE und VC
- ZVI-Korrosion (alkalisch) und fermentierender Kohlenstoff (sauer) stehen im Gleichgewicht, so dass sich im Gegensatz zu einem der beiden Faktoren ein neutraler pH-Wert ergibt
- Sicher und unkompliziert in der Anwendung
Schadstoffbeispiele
- ChlorierteLösungsmittel
- Chlorobenzole
- Energetische Verbindungen
- Die meisten Pestizide
- Haloalkane
- Nitratverbindungen
Anwendungsformen
- Direktinjektion (Push-In)
- Hydraulisches Fracking
- Pneumatisches Fracking
- Durchlässige reaktive Barrieren (PRBs)
Was ist die chemische In-Situ-Reduktion (ISCR)?
Die chemische In-Situ-Reduktion (ISCR) ist eine Kombination aus abiotischer chemischer Reduktion unter Verwendung von nullwertigem Eisen (ZVI) und/oder reduzierten Mineralien (Magnetit, Pyrit) in Verbindung mit anaerober Bioremediation. Diese leistungsstarke Technologie eignet sich besonders zur Behandlung von chlorierten Lösungsmitteln, Pestiziden und weiteren organischen Schadstoffen in kontaminiertem Boden und Grundwasser.
Durch die gezielte Kombination physikalischer, chemischer und biologischer Prozesse entsteht ein hochgradig reduziertes Milieu, das die chemische und mikrobiologische Dechlorierung ansonsten persistenter Verbindungen fördert.
Vorteile der In-Situ Sanierung von Boden und Grundwasser
Vorteil |
Beschreibung |
Kostenersparnis |
Keine teuren Transport- oder Deponiekosten wie bei Dig and Dump. |
Minimale Eingriffe |
Keine großflächigen Baustellen oder Bodenbewegungen notwendig. |
Umweltschonend |
Reduziert CO₂-Emissionen durch Vermeidung von Transport und Deponierung. |
Effektive Schadstoffbehandlung |
Zielgerichtete Behandlung direkt am Schadensherd, z. B. durch ISCR mit EHC®. |
Zeitersparnis |
Schnellerer Projektverlauf durch Wegfall von Aushub und Transport. |
Geeignet für bebaute Flächen |
Anwendung auch unter Gebäuden oder in dicht besiedelten Gebieten möglich. |
EIN REFERENZPROJEKT |
In-situ-Grundwassersanierung im Hanauer Wohnviertel Pioneer Park
Im Rahmen des Wohnbauprojekts Pioneer Park in Hanau, bei dem ein ehemaliger US-Militärstützpunkt in ein modernes Stadtviertel für rund 5.000 Einwohner umgewandelt wurde, haben unsere Experten für Boden- und Grundwassersanierung chlorierte Kohlenwasserstoffe (VCHC) erfolgreich aus dem Grundwasser entfernt. Die Sanierung zweier belasteter Standorte erfolgte mithilfe von EHC® Reagent, einem bewährten In-situ-Sanierungsprodukt von Evonik.
Das Projekt wurde in enger Zusammenarbeit mit den Umweltberatern AECOM und den Anwendungstechnologien von Sensatec umgesetzt. Für seine besonders nachhaltige Umsetzung wurde die Maßnahme am 16. Mai 2024 mit dem Brownfield Award 2024 in der Kategorie „Besonders nachhaltig“ mit Bronze ausgezeichnet.
Technische Bulletins
Während herkömmliche Quellen fermentierbaren Kohlenstoffs vor allem die Aktivität wasserstoffverwertender Mikroorganismen steigern, bietet EHC® Reagent eine deutlich effektivere Lösung für die In-situ-Grundwassersanierung. Durch die Kombination mit nullwertigem Eisen (ZVI) ermöglicht EHC® gezielte chemische Reduktionsreaktionen (ISCR) direkt im Untergrund – ideal zur Behandlung persistenter Schadstoffe wie chlorierter Kohlenwasserstoffe.
EHC® Reagent kombiniert kontrolliert freigesetzten organischen Kohlenstoff mit nullwertigen Eisenpartikeln (ZVI) und wurde speziell für die einfache Injektion in den Untergrund entwickelt. Diese Formulierung fördert gezielt die reduktive Dechlorierung von persistenten organischen Schadstoffen im kontaminierten Grundwasser und ermöglicht eine effektive In-situ-Grundwassersanierung ohne Aushub.
Umfangreiche Prüfstandsversuche zur Behandlung von 1,2-Dichlorethan (1,2-DCA) haben die hohe Wirksamkeit von EHC® Reagent im Vergleich zur alleinigen Anwendung von nullwertigem Eisen (ZVI) bestätigt. Die Ergebnisse belegen die Effizienz des Produkts bei der In-situ-Grundwassersanierung und der gezielten Reduktion persistenter organischer Schadstoffe.
Wir bieten Ihnen einen umfassenden Überblick über die wichtigsten Eigenschaften, Wirkmechanismen und technischen Merkmale unserer innovativen reduktiven Technologien zur In-situ-Sanierung von kontaminiertem Grundwasser.
White Papers
Maul Foster & Alongi, Inc. führte eine umfassende Bewertung von vier potenziellen umweltfreundlichen Sanierungstechnologien durch. Die Analyse basierte auf den Kriterien der U.S. Environmental Protection Agency (EPA). Im Fokus standen die folgenden Technologien: EHC® Reagent, emulgiertes Öl, elektrische Widerstandserhitzung sowie Pump & Treat. Ziel war es, nachhaltige und effektive Lösungen für die Bodensanierung zu identifizieren.
EHC® Anwendungsrichtlinien
Wir bieten Ihnen umfassende Informationen zu den technischen Leitlinien für die Vorbereitung und Verfüllung von EHC® Reagent – einer bewährten Lösung für verschiedene In-situ-Sanierungsverfahren. Dazu zählen unter anderem die Schlammverfüllung, permeable reaktive Barrieren (PRB) sowie Injektionsmethoden zur effektiven Grundwassersanierung. Unsere Anleitung unterstützt Sie dabei, EHC® Reagent optimal für nachhaltige und effiziente Sanierungsmaßnahmen einzusetzen.
Wir liefern Ihnen praxisnahe Empfehlungen zur Basisprobenahme vor der Injektion von EHC® Reagent – sowohl für kritische als auch unkritische Parameter. Diese vorbereitenden Schritte sind essenziell für eine erfolgreiche In-situ-Grundwassersanierung und die gezielte Anwendung unserer reduktiven Sanierungstechnologien.
Wir präsentieren Ihnen bewährte Kernuntersuchungsmethoden zur Analyse der Reagenzienplatzierung nach der Injektion von EHC® Reagent. Diese Verfahren sind entscheidend für die Qualitätssicherung bei In-situ-Sanierungsprojekten und ermöglichen eine präzise Behandlung kontaminierter Standorte.
EHC® Webinare
Josephine Molin berichtet aus einer Reihe von EHC® Injektionsprojekten, bei denen die unterirdische Verteilung der Reagenzien erfolgreich validiert wurde. Sie stellt verschiedene Methoden zur Überprüfung des Wirkbereichs (ROI) und zur Messung in unterschiedlichen Erdschichten vor. Zudem erläutert sie empfohlene Injektionsgeräte und Verfahren, die eine Oberflächenbildung bei schwierigen Standorten minimieren und die Effizienz der In-situ-Sanierung verbessern.
In diesem Vortrag werden biologische und chemische In-situ-Sanierungsprozesse vorgestellt. Es erfolgt ein Feldvergleich zwischen dem biotischen ERD-Ansatz und dem ISCR-Verfahren, wobei gezeigt wird, wie ISCR die biologischen Abbauprozesse in sulfatreichen Grundwassersystemen gezielt unterstützt und verbessert.
Wir erläutern die physikalischen, chemischen und mikrobiologischen Prozesse, die durch METAFIX® und EHC® Reagent verstärkt werden und zur Entfernung löslicher Schwermetalle wie Arsen, Chrom, Blei und Quecksilber beitragen. Zusätzlich zeigen wir das Potenzial zur gleichzeitigen Reduktion von löslichen Schwermetallen und dem Abbau chlorierter Lösungsmittel im Rahmen moderner In-situ-Sanierungstechnologien.
Brianna Desjardins und Brant Smith erörtern Tests im Labormaßstab, die unser Labor für Umweltlösungen üblicherweise mit EHC® Reagent, ELS® Microemulsion, KLOZUR® Persulfat, METAFIX® Reagent und Wasserstoffperoxid durchgeführt hat. Diese Produkte sind bewährte Komponenten in erfolgreichen Sanierungstechnologien zur Behandlung kontaminierter Böden und Grundwasser.